ER SUCHT SIE

KennenlernenEs gibt sie, die großen Momente in einer Familie. Wir hatten heute beim Abendessen einen und verdanken ihn dem Mann aus Köln, der im aktuellen ZEIT Magazin in der Rubrik KENNENLERNEN eine Anzeige veröffentlicht hat.
Die Fotostrecke von Josefsohn vorne im Magazin war, Hummus-Brote und Oliven futternd, bereits ein unterhaltsames Vergnügen: Mir vollkommen unbegreiflich, dass die MTV-Kampagne schon zwanzig Jahre alt sein soll, für Kind 1 & 2 sehr überraschend, dass es damals schon Farbfotografie gab. Danach eine geniale Modestrecke, die den Beifall aller fand. Und während wir noch über Looks plaudern und die extrem geniale blaue Hose auf dem letzten Bild, blättert Kind 2 weiter, bis ihr Blick an der Zeichnung eines einsamen Mannes auf einem Tandem hängen bleibt: die Kontaktanzeigen.
Parshippen in der Zeit, Mama.
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Frau Ministerin Nahles redet über Luxus und Armut. Da machen wir mit.

(cc)_RossPollack_flickrEnde Februar legte der Paritätische Wohlfahrtsverband seinen neuen Armutsbericht vor. Letzte Woche hat dann Arbeitsministerin Nahles einen eigenen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung angekündigt und im Interview mit der Süddeutschen Zeitung ihr gesellschaftspolitisches Interesse akzentuiert:

Man hört oft Zahlen, wer wie viel besitzt und dass die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird. Mir geht es aber um die Frage: Wie wirkt sich Reichtum in unserem Land im Alltag aus? Nehmen Vermögende und die Eliten Einfluss auf politische Entscheidungen und gesellschaftliche Diskurse – welchen und in welcher Form?

Das halte ich ebenfalls für einen hochinteressanten Aspekt. Ich freue mich schon auf den Bericht der Bundesregierung, der die Fragen nach Elitenbildung, Lobbyismus, Stifterfamilien, Vermögensverhältnissen, Einflusssphären und generationellem Vermögenstransfer in Deutschland offenlegen und zur Diskussion bereitstellen wird. Bis das Papier aber vorliegt, können wir uns noch einmal dieser „Kluft“ zuwenden.

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Einerseits und andererseits

Für L. – as a token of friendship

Im Alltag rede ich manchmal über Tage hinweg wenig. Ich meine, richtig reden, mit Erwachsenen, über Themen, mit zuhören, nachfragen und anschauen. Ich sage zur Kassiererin Danke und zur Erzieherin Wieso hat das Kind schon wieder keine Mütze auf?, ansonsten arbeite ich tagsüber still, rede abends an die Brut hin und höre nachts Deutschlandfunk. Zudem ist die Lust am Gespräch in Norddeutschland ungefähr so verbreitet wie der Pockenvirus. Eine angemessene Antwort auf die Frage Wie geht’s? lautet entweder Und dir? oder Wie aufmerksam, dass du fragst. Ab und an aber gibt es wieder diese Tage, da heißt es mit Benn:

(c) Dieter Schwer

Kommt, reden wir zusammen
wer redet, ist nicht tot.

Sozialpsychologen behaupten gern, die Mitte der sechziger Jahre Geborenen seien eine unauffällige Generation. Zu spät für Aufbruch und sexuelle Befreiung, zu früh für die digitale Wende. Eine Generation ohne Kämpfe und Kontur, ohne Ideologie, Moral und Erfindungsgeist.

Nach einer herrlichen Nacht kann ich sagen: Geht mir doch weg mit Kontur und Moral. Hoch lebe das Reden. Wenn wir etwas können, dann reden, zweifeln und Haltung bewahren. Mit Menschen, die ich seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen habe, rede ich nach Minuten wieder über die wichtigen Sachen:
Kunst, Ehebruch, den jungen Liebhaber der Frau, den jungen Liebhaber des Mannes, die einfachen und die schwierigen Kinder, die Angst vorm Altern, Musik in Seattle, nervige Patchwork-Familien, sexuelle Erfahrungen und finanzielle Fragen, den Mangel an Sex, den Literaturmarkt, Scheidung, Sterben, Midlife-Krisen und Urlaubspläne, Versagensängste, Erfolg, Kleingärten, kranke Eltern, Mode in L.A., über Machtstrukturen, Varoufakis, den DJ (oh, oh), Männer in Elternzeit, Architektur, die Liebe, den Augenblick, Ausschweifung, Askese, über Geschwister, Bauchoperationen, die Frauenfrage, Paris und den Hundsrück, die Kindheit in Schwaben, Arbeit, Alimente, Marihuana-Anbau, Stiefkinder und Pendelbeziehungen, über besseres Scheitern und verpasste Möglichkeiten, Erinnerungen an Portugal, falsche Partnerwahl, guten Wodka und Tantiemen.

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Keine Raketenphysik. Zum Equal Pay Day

(c) Lisa Blum-MInkel

RED HANDBAG (c) Lisa Blum-Minkel, Hamburg

Er kommt in die Jahre, der Equal Pay Day.
1988 riefen die amerikanischen Business and Professional Women zum ersten Mal den Aktionstag aus und initiierten die Red Purse Campaign, um auf die Unterbezahlung von Frauen hinzuweisen.
Bei der siebenundzwanzigsten Party sind nun alle dabei: Familienministerinnen, SPD-Vorsitzende, Wirtschaftsredakteure – tout Paris lässt sich blicken und spricht Grußworte, denn das Geburtstagskind ist erwachsen und salonfähig geworden. Es schickt sich, bei dem Event gesehen zu werden.
Unterdessen bewegt sich die Lohndifferenz in Deutschland mit leichten Schwankungen seit Jahren zwischen 22 und 23 Prozent.

Dass der Equal Pay Day zu kurz greift und tiefer liegende Gründe der Ungleichheit vernachlässigt, hat zum Beispiel Antje Schrupp schon 2011 in zehn Thesen klar vorgetragen. Auch die statistische Aussagekraft wurde schon an vielen Stellen zurecht kritisiert. Seit einigen Jahren unterscheidet man deshalb zwischen unbereinigter und bereinigter Lohndifferenz.
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Feministische Avantgarde in Hamburg: radikal, international und aktuell

Annegret Soltau Selbst, 1975 S/W-Photographie auf Barytpapier © Annegret Soltau / VG Bild-Kunst, Bonn 2015 / SAMMLUNG VERBUND, Wien Photo: Heide Kratz

Annegret Soltau
Selbst, 1975
S/W-Photographie auf Barytpapier
© Annegret Soltau / VG Bild-Kunst,
Bonn 2015 / SAMMLUNG VERBUND, Wien
Photo: Heide Kratz

Eine umwerfend gute, intelligente und berührende Ausstellung ist seit gestern in Hamburg zu sehen: Feministische Avantgarde. Kunst der 1970er Jahre aus der Sammlung Verbund, Wien, kuratiert von Dr. Gabriele Schor.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von mehr als 30 Künstlerinnen, eine Retrospektive über die Anfänge der internationalen feministischen Kunstbewegung.
Was präsentiert wird, ist in vielen Hinsichten bemerkenswert:
Wenn man diese Arbeiten beieinander sieht, ist das Spektrum dessen, was die europäischen (und einige amerikanische) Künstlerinnen schon in den 1970er Jahren gezeigt und erarbeitet haben, nahezu unglaublich und von einer ästhetischen Bildkraft, die wenig eingebüßt hat über 40 Jahre. Die Verschnürung des eigenen Gesichts von Annegret Soltau als Akt, als Zeichen, als Widerstand und als Bild zitiert Madonna auf ihrem neuen Plattencover.

Ich bin Laie, aber mir scheint doch, dass die kuratorische Leistung stupend ist. Über zehn Jahre hat das Team aus Wien in Archiven und Nachlässen gesucht, Material auf Dachböden gefunden und recherchiert, bis sie auch Flugblätter und Ankündigungszettel für Performances und die lustigen Frauenspaziergänge in die Pornoläden einer Stadt zusammen getragen haben. Der reguläre Kunstbetrieb und -markt hat kein Archiv aufgebaut und keinen Wert für diese Kunst erzeugt.

Die Hängung hätte in die Hose gehen können, ist aber stattdessen einnehmend und überzeugend gelungen, bildet formale, manchmal thematische Klammern und gibt der einzelnen Künstlerin Raum.

Die Künstlerinnen haben kein Kollektiv gebildet, keine Gruppe gegründet, und doch in diesem Jahrzehnt zeitgleich und zum ersten Mal in der Kunstgeschichte ein neues Bild der Frau(en) geschaffen. Sie haben nicht nur ähnliche Themen aufgegriffen, sondern auch ähnliche Strategien benutzt. Bestimmt nicht verwunderlich, dass viele der Künstlerinnen Performance, Film, Fotografie und Video einsetzten: Neue Medien und Techniken, die unbelastet von Traditionen in der Kunstgeschichte zur Verfügung standen.
Sie wurden laut und sichtbar, haben die herrschende Ikonographie des Weiblichen zerlegt, den Kunstbetreib frontal angegriffen, eine männliche Wirklichkeit aufgebrochen, Identität und Rollenzuweisung neu geschrieben, weibliche Sexualität thematisiert und den eigenen Körper zum Material der Kunst gemacht.

Ana Mendieta, Untitled (Glass on Body Imprints), 1972/1997 C-Print © The Estate Ana Mendieta / Courtesy of Galerie Lelong, New York / SAMMLUNG VERBUND, Wien

Ana Mendieta, Untitled (Glass on Body Imprints), 1972/1997
C-Print © The Estate Ana Mendieta / Courtesy of
Galerie Lelong, New York / SAMMLUNG
VERBUND, Wien

Den schweren Katalog habe ich aufs Sofa fallen lassen neben eine aufgeschlagene Frauenzeitschrift (warum die da lag, ist eine andere Geschichte). Die erfolgreiche Schauspielerin Jasmin Gerat wird darin als selbstbewusste, moderne Frau portraitiert. Sie berichtet, der Kurzhaarschnitt, den sie neuerdings trägt, zöge zwar die Aufmerksamkeit von weniger Männern an als vor dem Friseurbesuch, dafür aber ernte sie die Blicke intelligenterer Männer. Ein Foto zeigt sie mit nach innen gedrehten Fußspitzen, wackelig und schier unfähig, sich auf eigenen Füßen zu halten, in der  Pose einer kokettierenden Vierzehnjährigen. Auf dem zweiten Bild beißt sie sich in klischierter Anzüglichkeit auf die Unterlippe, als hätte sie komplett den Verstand verloren und warte nur darauf, vom Ersten, der vorbeikommt, abgeschleppt und ins nächste Reihenhaus gestellt zu werden.
In dieser Welt der Frauenbilder leben wir, einer lückenlos wirksamen Bilderwelt der Imagekampagnen, Rollenzuschreibungen und Körpernormierung. Die Maschinerie reicht in jeden Winkel. Das Persönliche ist dabei zum vermeintlichen Schonraum geworden. Im privaten Raum soll die Konstruktion der Weiblichkeit nicht gelten, hier ist das Hola der Marktsemiotik: hübsch gestaltet, mit kuscheliger Partnerschaft und veganen Kochbüchern. Die Klamotten, die App zum Appnehmen, Teilzeitjob, Fitnessstudio, Steuerklasse, Spaß am Einkochen und Fastenurlaub – alles hochindividuelle, private Lebens- und Kaufentscheidungen.
Die Arbeiten der Künsterinnen aus den 1970er Jahren wirken in unsere Gegenwart hinein wie ein elektrisierender Schlag: Es geht auch anders. Es ging schon mal anders. Das Persönliche ist politisch.
Ich setze nicht die avantgardistische Kunstpraxis mit dem Bilderwahnsinn des Marktes gleich, aber ich habe das Gefühl, dass ich die Energie und befreiende Kraft, die von diesen Künstlerinnen und ihren Arbeiten ausgehen, in meiner Gegenwart nicht mehr leicht wiederfinde.
Selbstbewusstsein, Ironie, Aggression, politische und künstlerische Handlungsfähigkeit, Zartheit, Hartnäckigkeit und Witz, Freiheit und Autonomie begegnen mir in diesen Arbeiten. Einige wenige wie Cindy Sherman, Valie Export oder Orlan sind erfolgreich geworden, die große Zahl aber der Künstlerinnen ist in Hamburg zum ersten Mal zu entdecken. Die Radikalität, die sie eint, und die je eigene Qualität der Kunstwerke sind wunderbar.

Dass die Kunst von Pionierinnen der Frauenbewegung so aufrüttelnd und impulsgebend in die Gegenwart einschlägt und wie ein Gruß in die Zukunft uns erreicht, ist schon ein großer Moment.
Hauptbahnhof aussteigen, rüber schlappen – ganz leicht.

So war mein Frauentag 2015

Der Baumarkt an sich ist ja eine großartige Sache.
Füllhorn der Einsichten für Stadtethnografinnen, Gendertheoretiker, Kapitalismuskritikerinnen, Linguisten (Hochdruckeinspritzdüsenautomatikeinrichter), Paartherapeuten und Semiotikerinnen, die dort an jedem beliebigen Samstag aasen können wie der Leopard in der Lämmerherde.

Für mich persönlich ist der Baumarkt kein natürliches Habitat.
Ich bin handwerklich nicht geschickt. Ich kann nicht schwer tragen, und meine Arme tun schnell weh. Ich bin mir völlig im Klaren darüber, dass meine Fähigkeiten auf dem Gebiet des handwerklichen Tuns sehr beschränkt sind, was mich im Grunde nicht beunruhigt, aber nervös macht, wenn ich mich auf dem Hoheitsgebiet der Zupackenden und Hobbybegeisterten bewege.
Ich beziehe weder Selbstbestätigung aus der Tatsache, dass ein Nagel in der Wand ist, wo vorher kein Nagel war, noch bringt es mir Freude, mit einem Hammer auf einen Nagel zu schlagen. Und ich bin nicht monotonieresistent. Wer einmal eine Wohnung renoviert hat, weiß, was ich meine. Es gibt kaum etwas Öderes.
Manche Frauen erzählen zum Beispiel auch, dass sie putzen, wenn sie traurig sind. Quasi Therapie. Auf die Idee bin ich in meinem Leben noch nicht gekommen. Wenn ich auf andere Gedanken kommen will, lese ich den Wirtschaftsteil der FAZ.
Ich schätze eine saubere Umgebung, aber noch mehr würde ich es schätzen, wenn jemand (gut bezahlt) das machen könnte. Putzen ist die tristeste Betätigung, die ich mir vorstellen kann. Ich tue es, aber mit dem massiven Gefühl der Zeitvergeudung.
Wenn ich etwas renovieren, anschrauben oder reparieren muss, geht mir wie ein Drehbohrer nur ein Gedanke durch den Kopf: Ich lebe in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, in der nicht jeder Einzelne Kühe jagen, Weizen anbauen, das Feuer unterhalten, Feinde anbrüllen und die Kinder hüten muss. Aus guten Gründen: Spezialisierung ist sinnvoll, historisch bewährt und hat uns alle weit gebracht. Wenn ich einen Schraubenzieher in der Hand halte, mag es aussehen wie eine Kleinigkeit, ist aber in Wahrheit ein großer Rückschritt für die Menschheit.

Wieso also muss ich Dübel in die Wand ballern oder Steckdosen anschrauben? Zwei Antworten:
1. Ich habe es finanziell definitiv nicht weit gebracht. Als Alleinerziehende mit zwei Kindern erfülle ich alle statistischen Wahrscheinlichkeiten in Sachen Armutsgefährdung.
Zwei Handwerker, die, gut ausgebildet und mit professionellem Werkszeug versehen, die Renovierung von Flur und Bad  angehen und schön ausführen, kann ich nicht bezahlen. Diese Einsicht genügt an manchen Tagen, um mein Selbstwertgefühl anzunagen.
2. Ich lebe allein. Partnerschaftliche Arbeitsteilung fällt also aus.
Schatz, holst du Kind 1 vom Chor ab und gehst danach einkaufen? Dann hänge ich die Wäsche auf und bringe Kind 2 zum Sport. Liebling, ich muss heute länger arbeiten, machst du das Abendessen? Ich kümmere mich dann später um die Buchhaltung. Ach und übrigens, magst du dich mit der Renovierung befassen und vorher noch den Wochenendeinkauf machen, ich bringe das Altpapier weg und arbeite im Garten. Du kannst das einfach besser als ich.

Als ich Samstagmorgen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Baumarkt ankam, war meine Verfassung im Wissen um das, was da auf mich zukommen würde, bereits labil. Dann erst kamen die Ehepaare, die auf dem Parkplatz aus dunkelblauen Kombis aussteigen, dann die Typen, die sich gern Wörter wie Fliesenkreuz, Kartuschenpresse, Langhalswinkelschleifer oder Wasserpumpenzange sagen hören (okay, da wusste ich immerhin, dass ich in der falschen Abteilung war). Welches Leben führt man, um solche Sachen besitzen und in seinem Privatleben verwenden zu wollen?

Als ich endlich beim Malerbedarf stand, war mir dieses ganzes Land fremd. Was dann aber folgte, war das netteste Verkaufsgespräch, was mir je untergekommen ist.
Wie kann ich Ihnen helfen? Ich zuppele mein zerknittertes, kleines Post-it aus der Hosentasche, wo beidseitig in Miniformat Grundriss und Quadratmeterberechnung minus Türblätter Platz gefunden hatten, berechneter Lackbedarf für zwei Türen, Heizungsrohre und Lamperien, angemischte Farbe für einzelne Flächen und die Liste für das Material drumherum: Kreppband, Anlauger, runde Pinsel, Rollen, Teleskopstange und so. Er nimmt den Zettel ganz vorsichtig, streicht ihn glatt, guckt konzentriert, tippt und notiert, während ich noch anfüge: Es muss mit einem kleinen Farbeimer gehen, denn den großen kann ich nicht zum Bus tragen, ich habe insgesamt zehn Stunden Zeit, brauche also hochdeckende Farbe, will keinen Handwerkerpreis gewinnen, und es muss nicht teuer werden.
Und dieser Mann sagt: Alles auf Ihrem Zettel stimmt, und Sie haben nichts vergessen, warten Sie bitte einen Moment, ich stelle Ihnen die Waren zusammen. Ich empfehle eine kleinere Rolle, dann tun Ihnen die Arme nicht so schnell weh bei den hohen Decken. Aber Sie brauchen leider einen großen Farbeimer. Ich hab sowieso gleich Pause, ich trag ihn eben rasch für Sie zur Bushalte.
Das hat der Mann getan und zum Abschied gesagt: Ich wünsch Ihnen gutes Gelingen. Sie machen das sicher ganz prima.

Den Frauentag habe ich handwerkelnd verbracht. Es ist fertig geworden und das Ossobuco zum Abendessen verdammt gut. Ich habe die Renovierung mit der ausnehmend freundlichen Unterstützung des Baumarkt-Angestellten nicht lieber getan, aber leichter. Und habe beim Streichen die Gelegenheit genutzt, auf brülllaut ungestört alle meine alten Zappa-Platten zu hören.

Transmissionseffekt. Mit diesem Begriff bezeichnet man in der Familiensoziologie eine der Ursachen für die zunehmende Partnerlosigkeit in Deutschland: Alleinerziehende Frauen geben durch ihre Verhaltensmuster und Bewältigungsstrategien ihren Kindern ein Beispiel, übertragen somit die Lebensführung ohne Partner auf die nächste Generation.
Zapperlot! Und wie lautet der Begriff für Leben in Kleinfamilien? Wertevermittlung?
Auf meinen Übertragungsriemen waren heute jedenfalls zwei Botschaften gespannt:
1. Jeder braucht Unterstützung und Ermutigung, und manchmal kommen sie von unerwarteter Seite.
2. Mama mag Zappa.

Schule, the Monster under your Bed

(cc) Marc Palm

Monster (cc) Marc Palm

Neulich las ich auf faz.net einen Artikel zum Thema Schulwahl. Die Autorin Julia Bähr berichtet von den Schauläufen, die weiterführende Schulen neuerdings veranstalten müssen, damit sie angewählt werden, und die man als Eltern besuchen muss, um nur ja den optimalen Bildungsort für den Nachwuchs zu ergattern.
Bähr schlingt noch einen Faden in den Text hinein: Ekliger Turnhallengeruch löst Erinnerungen an ihre eigene Schulzeit aus.
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