Die anderen: Kinder in gleichgeschlechtlichen Beziehungen

Ich bin berechtigt.Man weiß also wenig darüber, wie es den Kindern geht, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen aufwachsen und in der Schule gehänselt werden. Susanne Kusicke befasst sich heute in der FAZ mit dieser ungeklärten Frage. Der Artikel ist gründlich recherchiert, sie hat mit Psychotherapeuten gesprochen, deren Beratungsschwerpunkt auf Regenbogenfamilien liegt, und beleuchtet verschiedene Aspekte: anonyme Samenspender, Trennungen, sexuelle Entwicklung im jugendlichen Alter.
16.000 bis 19.000 Kinder lebten aktuell in Deutschland in dieser gesellschaftlich neuen Konstellation.

Und es schüttelt einen trotzdem beim Lesen. Nicht nur die soziale Realität der vielfältigen Familienmodelle lässt die Fragestellung altbacken aussehen.
Der Betrachtung liegt ein Begriff von Normativität und positiver Normalität zugrunde, der von ganz anderen Seiten, Kräften und ökonomischem Druck als ausgerechnet von gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kinderwunsch zersplittert wurde.
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Feuer! Reißt sie aus der DNA raus, die verdammte Bescheidenheit

Die Tochter hat es sich so sehr gewünscht, das neue iPhone, und wer wollte ihr diesen Wunsch verdenken. Das junge Mädchen hat gespart, in den Schulferien gejobbt und die Eltern haben ihren Teil dazu gegeben. Nun wird das schöne neue Smartphone zu Ostern im Nest liegen, erzählt mir die Mutter dieser Sechzehnjährigen,
„und ich nehme dann ihr altes“.
NEIN!
Die zweifache Mutter ist eine erfolgreiche Redakteurin, fast fünfzig Jahre alt, aktiv in der Lokalpolitik und eherenamtlich tätig. Sie und ihr Mann müssen nicht sparsam agieren. Die scheinbar sympathische, angenehme Bescheidenheit sitzt ganz tief drin in der weiblichen Sozialisation – selbst noch der Mädchen-Jahrgänge, die in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen sind. Die Brandstelle ist keine Charakter- oder Temperamentsfrage.
In der Provinz knickste in den 70er Jahren ein gut erzogenes Mädchen noch beim Dankesagen, egal ob es einmal Ärztin werden wollte oder Astronautin. Es gab reihenweise Dinge, die gehörten sich nicht für ein Mädchen. Und Fleiß zählte tatsächlich zu den Tugenden eines Mädchens. Kein Mensch, niemand, fand es eines Kommentars würdig, dass meine Banknachbarin aus der Schule in mein Poesiealbum schrieb: „Sei wie das Veilchen im Moose, | bescheiden, sittsam und rein. | Und nicht wie die stolze Rose, | die stets bewundert will sein.“ Unsere Eltern gehörten keiner Studentenbewegung an, sondern fuhren mit den Kindern im Auto nach Italien. Manche unserer Mütter mochten arbeiten gehen, auf jeden Fall aber hängten sie die Wäsche auf und wieder ab, kümmerten sich um die Kinder und schauten, dass das Geld reichte. Und wenn es mal knapp war, kaufte sich Mama eben keine neuen Schuhe.
Für Mutti reicht das alte Telefon. Heutzutage vermindert sie mit der  Zweitnutzung obendrein den Co2-Footprint der Familie und nachhaltiger ist es schließlich auch.

Scheißt endlich auf diese Selbstbescheidung des mittleren Alters, die unter der Tarnkappe politischer Korrektheit nichts anderes ist als das, was unsere Mütter schon waren: genügsam.
Es wird keiner kommen, der das Ehegattensplitting für uns abschafft, für Entgeltgleichheit, Neubewertung von Arbeit und Geschlechterquote sorgt, worauf wir dann nur noch höflich Danke zu sagen bräuchten.